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Zukunft der Verbriefung in Europa

Die Refinanzierung und Ausplatzierung von Risiken über eine Verbriefung von Forderungen ist im Zuge der Finanzmarktkrise stark in die Kritik geraten. Verbriefungstransaktionen werden sogar in Teilen verantwortlich für das Entstehen der Krise gemacht. Gleichwohl ist die Wiederbelebung der Verbriefungsmärkte im Fokus der aktuellen Diskussion, um eine mögliche Kreditklemme und damit das Abwürgen der Konjunkturerholung abzuwenden.

Vor diesem Hintergrund beleuchtet die BearingPoint Studie „Zukunft der Verbriefung in Europa“ die mögliche Neugestaltung und die Zukunftschancen des europäischen Verbriefungsmarktes. Teilnehmer von Finanzinstituten, Dienstleistern, aus der Industrie und von Verbänden haben ihre Einschätzungen zur Weiterentwicklung des Marktes gegeben, welche Hürden existieren und wie ihnen begegnet werden kann.

Die wesentlichen Einzelergebnisse der Studie sind:

  • Eine drohende Kreditklemme kann nur mit einem funktionierenden Verbriefungsmarkt abgewendet werden. 
  • Mit einer Wiederbelebung des Verbriefungsmarktes für die wichtigen Segmente ABS und MBS ist erst ab 2011 zu rechnen, lediglich für  ABCP sollten sich bereits in 2010 wieder Investoren finden. Dem CDO-Segment wird keine Rückkehr zugetraut.
  • Realwirtschaftliche Forderungen werden bei den zukünftigen Verbriefungen im Fokus stehen, im Besonderen Leasingforderungen, Handelsforderungen und Konsumentendarlehen, ein Wiederverpacken von Verbriefungstranchen hingegen nicht mehr.
  • Verbriefung wird wirtschaftlich attraktiv bleiben, jedoch zu deutlich gestiegenen Risikokosten.
  • Vorrangiges Motiv für zukünftige Verbriefungen wird die forderungsbesicherte Refinanzierung und nicht die Risikoausplatzierung sein.
  • Eine wesentliche Voraussetzung für einen funktionierenden Verbriefungsmarkt ist eine Aufsicht der Rating Agenturen.
  • Um den Verbriefungsmarkt wiederzubeleben sind Transparenz, Standards und weniger komplexe Transaktionsstrukturen gefordert.
  • Ein Qualitätssiegel für Verbriefungen wird gefordert, das Mindestanforderungen an die Ausgestaltung der Transaktionen und ihres externen Reportings definiert, um ein neues Segment für qualitativ hochwertige, transparente und einfach verständliche Verbriefungen zu erzeugen.

Da nach Einschätzung der Teilnehmer erst in 2011 das Interesse der Investoren in die wichtigen Verbriefungssegmente ABS und MBS zurückkehren wird, kann der Verbriefungsmarkt in 2010 noch nicht die gewünschte Entlastung der Banken ermöglichen. Um eine drohende Kreditklemme abzuwenden, werden daher marktstützende Maßnahmen wie z.B. die Fortführung der Liquiditätshilfen von Seiten des Staates oder der Notenbanken notwendig sein.

> Download der Studienergebnisse <

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Kontakt:
Stefan Schütt, Tel: +49 895 4033 7011, stefan.schuett@bearingpointconsulting.com
Hendrik Kollmann, Tel: +49 691 3022 3516, hendrik.kollmann@bearingpointconsulting.com