Frankfurt am Main, 3. November 2009 – Seit Beginn der Wirtschaftskrise steht die Unternehmensplanung vielfach in der Kritik. Nach wie vor gelten Planung, Budgetierung und Forecasting zwar in den meisten Unternehmen als unverzichtbar, die Ausgestaltung der Planung hat sich jedoch als nur wenig krisensicher erwiesen. Wie eine aktuelle Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter rund 40 Unternehmen und Konzernen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigt, mangelt es oftmals besonders an einer langfristigen Planung. So bewerten zwar 85 Prozent der befragten Unternehmen eine langfristige Unternehmensplanung als sinnvoll, jedoch nur 25 Prozent führen diese auch regelmäßig aus. „Die Schwachstellen vieler Planungsprozesse liegen meistens gar nicht in dem Instrument als solchem, sondern oft in historisch gewachsenen Verfahrensweisen, die selten überprüft werden,“ so Fritz Neumann, Partner bei BearingPoint. „Wir beobachten immer wieder, dass die Unternehmensplanung mit dem richtigen Mix aus Methoden und Tools auch in einem sich verändernden, dynamischen Umfeld ein zuverlässiges, proaktives Steuerungselement ist.“ In Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern hat BearingPoint deshalb in einer aktuellen Studie zwölf Faktoren für eine zukunftsorientierte Unternehmensplanung entwickelt:
- Integration der strategischen Ausrichtung
Allzu oft sind die operativen Planungszeiträume zu stark an die Historie gebunden und unterstützen nicht die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Eine optimale Planung berücksichtigt jedoch stets auch die strategischen Vorgaben in Form von Top Down-Zielwerten. - Interaktion mit dem Performance Management
Die unterschiedlichen Funktionen der Planungsanlässe sollten auch im Corporate Performance Management-Prozess eingesetzt werden, um ihren Nutzen zu maximieren. Steuerungsmethoden wie Balanced Scorecards oder Management-Cockpits können hier eine ganzheitliche Perspektive bieten. - Konzentration der Planung und konsequente Ausrichtung an Steuerungsgrößen
Ein verringerter Detaillierungsgrad der Planung vermindert den Ressourcenaufwand erheblich. Im Mittelpunkt steht die methodische Lösung, nicht die Aufgabe. Entscheidend ist die Identifizierung und Ausrichtung auf ein steuerungsrelevantes Kennzahlensystem. - Integration von Frühindikatoren
Die Planung sollte Frühindikatoren einbeziehen, die eine klare Aussage über zukünftige Entwicklungen machen und nicht den nachlaufenden Charakter einer Finanzperspektive haben. - Stringente Organisation des Planungsprozesses
Eine detaillierte Richtlinie hilft, den Planungsprozess unternehmensweit zu strukturieren und steckt den Rahmen für die Umsetzung. Sie sollte die zeitliche Abfolge, Organisationseinheiten sowie Verantwortlichkeiten des Planungsprozesses für einzelne Bereiche verbindlich festlegen und synchronisieren. - Planning Governance-Kommission
Um Standards und Transparenz zu stärken, sollte eine Planning Governance-Kommission aus Controlling- und IT-Verantwortlichen etabliert werden. Ihre Aufgabe ist die Definition unternehmensweit gültiger Prinzipien und Anforderungen für Prozesse und IT-Systeme. - Integration in der Planung
Zwingend erforderlich ist die Integration verschiedener Teilplanungen. Je nach Planungsinhalt kann eine vollständige oder Eckdaten-basierte Integration erfolgen. - Flexibilität in der Planung
Flexibilität entsteht durch die Erzeugung eines Erwartungsraums anstelle von einzelnen Zukunftsszenarios. Dieser Erwartungsraum umfasst mehrere Szenarien und nimmt somit Veränderungen von Annahmen vorweg. - Rollierender Forecast als verbessertes Steuerungsinstrument
Planung bedeutet nicht die Erstellung eines Erwartungswertes für das Geschäftsjahresende, sondern sollte rollierend und mit fortlaufendem Zeithorizont gestaltet sein. - Permanente Planung
Eine effektive Planung sollte kein rein anlassgetriebener Prozess sein, sondern im täglichen Arbeitsablauf integriert sein – nur so entspricht sie immer dem aktuellen Erkenntnisstand. - Technischer Forecast kombiniert mit einer Planung von Maßnahmen
Zunächst sollte ein technischer Forecast erstellt werden, der durch Ist-Substitution und anhand des letzten Forecasts ein realistisches Bild unter bisherigen Prämissen ergibt. So werden Anpassungen der offenen Phasen auf der Ebene von Maßnahmen und Prämissen integriert. - Softwarelösungen bieten vieles und doch nicht alles
Softwarelösungen erhöhen die Geschwindigkeit bei Verarbeitung und Zusammenführung der Planungsdaten. Welche Lösung wirklich Sinn macht, hängt von Komplexität und Dynamik des Unternehmens ab. Im Mittelpunkt stehen in jedem Fall die Reduzierung der Komplexität sowie die Ausrichtung der Systeme auf das Steuerungsmodell.
Über BearingPoint
BearingPoint berät Unternehmen und Organisationen in den Bereichen Commercial Services, Financial Services und Public Services bei der Lösung ihrer dringendsten und wichtigsten Aufgaben. In enger partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Kunden definieren BearingPoint-Berater anspruchsvolle Ziele und entwickeln Lösungen, Prozesse und Systeme entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies bildet die Grundlage für einen außerordentlichen Beitrag zum Geschäftserfolg – und eine außergewöhnliche Kundenzufriedenheit. Seit der Übernahme durch seine Partner im Rahmen eines Management Buy-Out ist BearingPoint eine unabhängige Unternehmensberatung, die Unternehmertum sowie Management- und Technologiekompetenz auf einzigartige Weise vereint. Das Unternehmen beschäftigt rund 3.250 Mitarbeiter in 14 europäischen Ländern. Das Unternehmen hat europäische Wurzeln, agiert aber global. In Deutschland belegt BearingPoint laut Lünendonk-Liste derzeit Platz sechs unter den Top 25 Managementberatungen.
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