BearingPoint-Umfrage zeigt: Während deutsche und österreichische Banken bei der Umsetzung der PSD im Plan liegen, wird die europaweite Umsetzung mit Verzögerung erwartet
Frankfurt am Main/Wien, 24. September 2009 – Mit der angestrebten Umsetzung der europäischen Richtlinie für Zahlungsdienstleistungen (englisch: Payment Services Directive, kurz PSD) bis zum 31. Oktober diesen Jahres wird nun auch das SEPA-Lastschriftverfahren möglich sein. Damit wäre fast zwei Jahre nach dem Start der Single Euro Payments Area (SEPA) das Ziel eines europaweit einheitlichen Zahlungsverkehrsraumes erreicht. Wie der Stand der Umsetzung der PSD bei den deutschsprachigen Kreditinstituten tatsächlich ist, zeigt eine Umfrage der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter 34 Bankinstituten in Deutschland und Österreich. Demnach planen 80 Prozent der befragten Banken eine vollständige und fristgerechte Umsetzung der Anforderungen der Zahlungsdiensterichtlinie, die Mehrheit der Banken befindet sich bereits in der Umsetzungsphase. Gegenüber den weiteren europäischen Bankkollegen bleibt man allerdings skeptisch. So rechnen ca. 65 Prozent der deutschsprachigen Banken mit einer EU-weiten Umsetzung erst in den nächsten drei Jahren.
Auswirkungen für Banken: Spürbarer Anstieg der Kosten und Ertragsausfälle
Vor dem Hintergrund der anstehenden Umsetzung der PSD erwarten gut 70 Prozent der befragten Institute neben einem spürbaren Anstieg der Kosten auch weitere Ertragsausfälle. Hauptkostentreiber sind dabei die notwendigen IT-Umstellungen sowie die zusätzlichen Aufwendungen für Kundenkommunikation und Vertragsanpassungen bedingt durch die erwarteten Auswirkungen der Zahlungsdiensterichtlinie. „Die EU-weite Umsetzung der PSD wird als Marktregulativ gesehen, die zu keiner Verbesserung der Marktchancen für Bankinstitute führen wird“, so Christian Bruck, Practice Director Financial Services bei BearingPoint. Regelungen zu Rückgaberechten und Widerspruchsfristen erhöhen darüber hinaus das Geschäftsrisiko der Banken, wie rund 65 Prozent der befragten Institute bestätigen.
Keine Konkurrenz: Zahlungsinstitute als Nischenanbieter
Weniger kritisch sehen die befragten Banken die durch die Umsetzung der Payment Services Directive denkbare Entstehung neuer Zahlungsinstitute. Zwar erwarten rund 80 Prozent der Befragten die Entstehung solcher Institute, über die Hälfte sieht diese jedoch lediglich in Nischenbereichen angesiedelt und nicht als direkte Konkurrenz zu traditionellen Banken.
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