Frankfurt am Main, 1. Dezember 2008 – Obwohl in den vergangenen Jahren zahlreiche Einkaufsprozesse optimiert wurden, ist ein Großteil der Unternehmen von einem zentralen Einkaufsmanagement noch weit entfernt. Zentralisierte Organisationsstrukturen und zentrale IT-Einkaufssysteme, so genannte Supplier Relationship Management (SRM)-Systeme, tragen jedoch zum Erfolg von Einkaufsorganisationen bei. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Befragung der Management- und Technologieberatung BearingPoint unter 33 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Befragt wurden Einkäufer, Vorstände und Einkaufsleiter aus Unternehmen der Automobilindustrie, dem Handel, Pharma, Telekommunikation, Maschinen- und Anlagenbau sowie der Metall-, Elektro-, und Baubranche. Dabei hat die Bedeutung des strategischen Einkaufsmanagements, also der zielgerichteten Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle aller Einkaufsaktivitäten, in den letzten Jahren stark zugenommen.
„Das Ergebnis zeigt, dass es im Einkaufsmanagement vieler Unternehmen durchaus noch Optimierungspotenzial und damit auch Einsparungsmöglichkeiten gibt. Überraschenderweise gilt das nicht nur für Mittelständler, sondern auch für große Konzerne“, kommentiert Ralf Dillmann, Senior Manager bei BearingPoint. „Die meist sehr speziellen Anforderungen an einzelne Einkaufsbereiche sind ein Grund dafür. Gleichzeitig mangelt es manchen Unternehmen aber auch an einer ganzheitlichen Strategie, die Einsparungspotenziale und Möglichkeiten der Implementierung eines zentralen Einkaufsmanagements aufzeigt. Beim Ausbau von SRM-Systemen für strategische Einkaufsprozesse gibt es grundsätzlich zwei Optionen: Zum einen die Integration in bestehende Systeme und zum anderen den Ausbau anhand spezieller Funktionalitäten.“
Einkaufsprozesse auf sehr unterschiedlichem Niveau
Die Studie zeigt: Unternehmen nutzen SRM-Systeme innerhalb der Bereiche Spend Management, Sourcing, Purchase-To-Pay, Rechnungseingang und -zahlung sowie Kontrakt- und Lieferantenmanagement sehr unterschiedlich. Besonders schwach sieht es im Bereich Sourcing, also bei der Identifikation und Auswahl möglicher Bezugsquellen, aus. So sehen 63 Prozent der befragten Unternehmen bisher keine hinreichende Systemunterstützung in ihren Sourcingprozessen. Der Grund liegt auf der Hand: Besonders im Sourcing sind die Prozessanforderungen meist so spezifisch, dass sie nur über spezialisierte Software-Anbieter abgedeckt werden können. Doch die Integration dieser Speziallösungen in die bestehende Systemlandschaft ist oft äußerst komplex. In der Konsequenz nutzen Unternehmen die vorhandenen Systeme nur sehr zurückhaltend.
Anders sieht es beispielsweise in den Bereichen Kontraktmanagement oder auch Lieferantenmanagement aus. Während 73 Prozent der befragten Unternehmen die Systemunterstützung im Kontraktmanagement als gut bis sehr gut bewerten, gilt dies für 54 Prozent auch im Lieferantenmanagement. Besonders bemerkenswert: Die meisten Unternehmen greifen gerade im Lieferantenmanagement auf Eigenentwicklungen zurück (68 Prozent).
Wo Kostenersparnisse noch möglich sind
Wie heterogen die Prozesslandschaft im strategischen Einkaufsmanagement derzeit ist, zeigt sich auch an den bisher erreichten Kostenersparnissen bei den befragten Unternehmen. Mit Einsparungen von mehr als 30 Prozent bei vollständig automatisierten Lösungen konnte im Bereich Rechnungseingang- und -zahlung die höchste Prozesskostenoptimierung erreicht werden. Weit abgeschlagen sind dagegen die Bereiche Lieferantenmanagement und Sourcing. Die Befragung belegt, dass hier bisher keine großen Ersparnisse realisiert werden konnten.
Faktor Mensch als Hindernis
Die Hürden auf dem Weg zu einem zentralen Einkaufssystem sind jedoch nicht nur technischer Natur. Zwar ist für 50 Prozent der befragten Unternehmen die technische Komplexität der SRM-Systeme das größte Hindernis bei der Implementierung eines zentralen Systems, fast gleichauf liegt allerdings auch die mangelnde Akzeptanz und Nutzung der IT-Systeme durch die Mitarbeiter. Ein weiteres Hindernis bei der Implementierung von SRM-Systemen ist für knapp die Hälfte der Unternehmen die fehlende Umsetzung von Standards in den Einkaufsprozessen.
Über BearingPoint, Inc.:
BearingPoint, Inc. (OTC: BRGPT), ist eine der größten globalen Management- und Technologieberatungsfirmen für die 2.000 weltweit führenden Unternehmen und Organisationen der öffentlichen Hand. Das Unternehmen mit Sitz in McLean im US-Bundesstaat Virginia beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in weltweit mehr als 60 Ländern. BearingPoint ist auf Beratungsleistungen für die Bereiche Public Services, Financial Services und Commercial Services spezialisiert. Seit fast 100 Jahren sind BearingPoint-Berater bei ihren Kunden als herausragende Experten anerkannt. In enger Zusammenarbeit mit den Auftraggebern definieren sie anspruchsvolle Ziele und entwickeln die dafür notwendigen Lösungen. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten des Unternehmens unter http://www.bearingpoint.com und http://www.bearingpoint.de.
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